"Eigentlich müsste man einen Film über Lisa drehen, Kinder und Hunde sind Schutzbefohlene", sagte einmal eine Greyhoundfreundin zu mir - "unfassbar, wie toll sie sich entwickelt hat und wie zutraulich sie geworden ist."
Unsere "Elisa" fand am 1. November 2003 bei uns ihr neues zuhause.
Damals hatten wir einen Podenco-Mix-Rüden "Sinto" aus einem Tierheim in Malaga, Spanien als Gasthund und wollten unbedingt einen eigenen Windhund haben.
Eine Spanierin sollte es sein, weil diese Hunde so treu und dankbar sind, eine Hündin sollte es sein und nicht so groß sollte sie sein.
Bei der Tierschutzorganisation ProAnimale fand ich sie dann.
Nach langen Gesprächen mit den Tierschützern und der Feststellung das wir aufgrund des Podenco-Mix-Rüden als "erfahren und vorbelastet" eingestuft worden bekamen wir Besuch von unserer ProAnimale Betreuerin zur Platzbesichtigung. Sie gab grünes Licht und wir fuhren nach Ützing in Bayern um Lisa anzuschauen.
Sinto nahmen wir mit dorthin, vielleicht würde es dann etwas leichter für sie.
Lisa wurde von den Tierschützern als besonders schwerer Fall eingestuft, deswegen war sie auch in Ützing, dem Domizil von Frau Wothke der Gründerin von ProAnimale, die ihr umgebautes Schloß den besonders schwer vermittelbaren Hunden überlassen hat.
An Allerheiligen 2003 hatten wir den Termin und gingen Lisa besuchen. Völlig verstört, verängstigt, verunsichert, stand sie piepsend in einer Ecke des Auslaufs und zitterte. Der einzige der sich ihr nähern konnte, ohne das sie flüchtete war Sinto.
Wir beschlossen sie mitzunehmen, denn gerade sie hatte es besonders nötig.
Keiner weiß was sie erlebt hat und warum sie so ist.
Mein Hundetrainer sagte: "Lerndefizit, Kontaktangst - sie läuft mit einer Tarnkappe rum ohne den Boden zu berühren um nicht aufzufallen".
Gestik - Mimik - Körperhaltung waren steif und starr. Wenn man sie anfassen wollte stand sie total unter Stress, menschliche Nähe und Bewegungen lösten bei ihr Panikattacken aus. Insbesondere Männer und Kinder lösen bei ihr auch heute immer noch Angst und Panik aus. Sie wird zwar ruhiger und kann besser damit umgehen aber wie heißt es so schön, 2 Schritte nach vorne, 3 zurück. Der Weg war hart, manchmal auch zum heulen und verzweifeln, aber viel Geduld, Zeit und Verständnis haben wir's dann doch geschafft.
Lisa ist ein Traumhund, überall wo sie auftaucht haben die Menschen ein Lachen im Gesicht, weil sie sich so sehr mit ihr freuen das sie endlich "frei" ist!
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